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Praxiswissen | IT-Sicherheit und Datensicherung

USV im kleinen Unternehmen: Schutz bei Stromausfall

Stromausfall: Wenn der Rechner ohne Vorwarnung ausgeht

Eine USV verschafft Zeit, Programme kontrolliert zu schließen und Systeme sicher herunterzufahren.

Ein Stromausfall dauert manchmal nur wenige Sekunden. Für einen laufenden Rechner kann bereits dieser kurze Ausfall ausreichen, um Programme abrupt zu beenden, ungespeicherte Daten zu verlieren oder geöffnete Datenbanken zu beschädigen.

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, kurz USV, übernimmt bei einem Netzausfall vorübergehend die Stromversorgung. Dadurch entsteht Zeit für einen kontrollierten Systemabschluss.

USV schützt einen betrieblichen Rechner bei einem Stromausfall vor abruptem Abschalten Bild nicht verfügbar

Kurzüberblick

  • Aufgabe Kurze Ausfälle überbrücken Die USV stellt vorübergehend Energie für einen geordneten Abschluss bereit.
  • Wichtig Passend dimensionieren Leistung und Laufzeit müssen zu den angeschlossenen Geräten passen.
  • Grenze Kein Ersatz für Backups USV und Datensicherung erfüllen unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben.

Erfahrung aus dem betrieblichen Alltag

Praxisfall: Zwei geöffnete Datenbanken waren betroffen

Bei einem Kunden fiel während des laufenden Betriebs der Strom aus. Der betroffene Rechner war nicht durch eine USV abgesichert und wurde deshalb sofort ausgeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt waren zwei datenbankbasierte Softwareprodukte geöffnet. Durch den abrupten Ausfall wurden beide geöffneten Datenbanken in Mitleidenschaft gezogen.

Eine passend dimensionierte USV hätte in diesem Fall die Möglichkeit geschaffen, die Programme kontrolliert zu schließen und den Rechner ordnungsgemäß herunterzufahren. Sie hätte damit Zeit für einen geordneten Abschluss bereitgestellt, ohne einen vollständigen Schutz vor Datenbankschäden zu garantieren.

Schutzwirkung

Was eine USV in diesem Fall ermöglicht hätte

Zeit für einen geordneten Abschluss

  • kurzfristige Überbrückung des Stromausfalls
  • kontrolliertes Schließen der geöffneten Software
  • geordnetes Beenden laufender Datenbankzugriffe
  • sicheres Herunterfahren des Rechners

Automatischer Systemabschluss

Geeignete USV-Geräte können über eine USB-Verbindung ihren Batteriebetrieb an den Rechner melden. Mit korrekt eingerichteter Software lässt sich nach einer festgelegten Zeit oder bei einem bestimmten Batteriestand ein automatisches Herunterfahren auslösen.

Diese Funktion muss eingerichtet, dokumentiert und praktisch getestet werden.

Realistische Einordnung

Was eine USV nicht leistet

  • Eine USV ersetzt keine Datensicherung.
  • Eine USV schützt nicht vor allen Hardwaredefekten.
  • Eine USV verhindert nicht jeden Datenbankschaden.
  • Eine zu klein dimensionierte USV kann für den vorgesehenen Arbeitsplatz ungeeignet sein.
  • Die Batterie muss regelmäßig geprüft und nach einigen Jahren ausgetauscht werden.
  • Auch die automatische Abschaltung muss eingerichtet und getestet werden.

Datensicherung schützt die Daten. Eine USV schützt den laufenden Betrieb vor einem abrupten Stromausfall. Beide Maßnahmen ergänzen sich.

Anschlussplanung

Welche Geräte sollten angeschlossen werden?

Nicht der gesamte Arbeitsplatz muss über die Batterie versorgt werden. Entscheidend sind die Geräte, die für einen kontrollierten Abschluss tatsächlich benötigt werden.

Typischerweise sinnvoll

  • Rechner beziehungsweise Server
  • notwendige externe Datenträger
  • gegebenenfalls benötigte Netzwerkkomponenten
  • gegebenenfalls ein Monitor für den sicheren Abschluss

Nicht über die Batterie versorgen

  • Laserdrucker
  • Heizgeräte
  • Kaffeemaschinen
  • andere Geräte mit hoher Leistungsaufnahme

Die konkrete Auslegung hängt von der tatsächlichen Leistungsaufnahme aller angeschlossenen Geräte und der gewünschten Überbrückungszeit ab. Geräte mit hoher Einschalt- oder Dauerleistung können eine USV überlasten und gehören nur nach ausdrücklicher Herstellerfreigabe an einen Batterieausgang.

Kaufcheckliste

Worauf KMU bei der Auswahl achten sollten

  • ausreichende Ausgangsleistung in Watt und VA
  • benötigte Überbrückungszeit bei realistischer Last
  • USB-Schnittstelle und geeignete Software für automatisches Herunterfahren
  • austauschbarer Akku sowie verfügbare Ersatzakkus
  • Überspannungsschutz
  • Anzahl und Art der batteriegepufferten Anschlüsse
  • verständliche Statusanzeige und akustische Meldungen
  • Herstellerunterstützung und Ersatzteilverfügbarkeit

Watt und VA kurz erklärt

Watt beschreibt die tatsächlich nutzbare Wirkleistung. Voltampere, kurz VA, beschreibt die elektrische Scheinleistung. Beide Werte sind für die Auswahl relevant. Maßgeblich sind die vom USV-Hersteller angegebene maximale Watt-Leistung und die VA-Grenze; keine davon darf durch die angeschlossenen Geräte überschritten werden. Eine Leistungsreserve ist sinnvoll.

Betrieb und Wartung

Installation und regelmäßige Prüfung

  1. 1USV passend dimensionieren Leistungsaufnahme messen oder belastbar ermitteln und die notwendige Laufzeit festlegen.
  2. 2USB-Verbindung und Software einrichten Kommunikation zwischen USV und Rechner prüfen.
  3. 3Herunterfahren konfigurieren Schwellenwerte so wählen, dass Programme noch geordnet beendet werden können.
  4. 4Kontrollierten Test durchführen Den Ablauf unter sicheren Bedingungen testen, ohne produktive Daten zu gefährden.
  5. 5Batteriestatus regelmäßig prüfen Warnmeldungen beachten und nachlassende Kapazität nicht ignorieren.
  6. 6Prüfung und Batteriewechsel dokumentieren Datum, Ergebnis und nächsten Termin nachvollziehbar festhalten.
  7. 7Zuständigkeit festlegen Eine verantwortliche Person und eine Vertretung benennen.

Kurzer Selbstcheck

Ist Ihr wichtigster Rechner bei einem Stromausfall abgesichert?

  • Gibt es für den betreffenden Rechner oder Server eine USV?
  • Reicht die Leistung für die angeschlossenen Geräte?
  • Ist ein automatisches Herunterfahren eingerichtet?
  • Wurde die Abschaltung bereits kontrolliert getestet?
  • Ist bekannt, wann die Batterie zuletzt gewechselt wurde?
  • Gibt es zusätzlich eine funktionierende Datensicherung?
  • Wurde auch die Wiederherstellung der Daten getestet?

Praxiserprobte Empfehlung und Alternative

Zwei sachlich eingeordnete USV-Geräte

Welche USV passt, hängt von Leistungsaufnahme, Betriebssystem, angeschlossenen Geräten und gewünschter Überbrückungszeit ab. Die folgenden Geräte ersetzen deshalb keine individuelle Dimensionierung.

Im Einsatz bei SoftPac

APC Back-UPS BX950MI-GR

Die APC Back-UPS bietet 950 VA beziehungsweise 520 W, vier Schuko-Ausgänge, AVR und eine USB-Datenverbindung. Sie wird bei SoftPac für Rechner beziehungsweise Server und Monitor eingesetzt.

  • kontrolliertes Herunterfahren über USB und kompatible PowerChute-Software
  • Abschaltung bei SoftPac und bei einem Kunden eingerichtet und praktisch getestet
  • geeignet für definierte IT-Lasten innerhalb der Leistungsgrenzen

SoftPac-Einordnung: Die APC ist die erste Empfehlung, wenn ein Rechner oder kleiner Server mit notwendigem Monitor kontrolliert heruntergefahren werden soll und die Gesamtlast passt.

Von SoftPac ausgewählte Alternative

Green Cell PowerProof 850 VA / 480 W

Die Green Cell PowerProof UPSLM480 ist eine Alternative mit 850 VA beziehungsweise 480 W, zwei Schuko-Ausgängen, LCD-Anzeige, USB und RJ45-Überspannungsschutz.

  • Betriebsparameter über das LCD direkt ablesbar
  • USB-Verbindung und Herstelleranwendung vorhanden
  • modifizierte Sinuswelle muss zu den angeschlossenen Geräten passen

SoftPac-Einordnung: Dieses Modell wurde als mögliche Alternative für kleinere Arbeitsplätze ausgewählt, wird von SoftPac derzeit jedoch nicht selbst eingesetzt.

Hinweis: Dieser Bereich enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen solchen Link erhält SoftPac möglicherweise eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Amazon ist Anbieter und Vertragspartner; Produktmerkmale, Preis und Verfügbarkeit sind dort aktuell zu prüfen.

Weiterführende Inhalte

USV, Datensicherung und Organisation gemeinsam betrachten

Praxiswissen

Checks und Unterstützung

Häufige Fragen zur USV

  • Was macht eine USV bei einem Stromausfall?
    Sie übernimmt vorübergehend die Stromversorgung angeschlossener Geräte und schafft Zeit für einen kontrollierten Systemabschluss.
  • Verhindert eine USV Datenverlust?
    Sie kann das Risiko durch abruptes Abschalten reduzieren, verhindert aber nicht jeden Datenverlust oder Datenbankschaden.
  • Ersetzt eine USV eine Datensicherung?
    Nein. Eine USV schützt den laufenden Betrieb bei einem Stromausfall. Eine Datensicherung ermöglicht die Wiederherstellung von Daten. Beide Maßnahmen ergänzen sich.
  • Wie lange muss eine USV den Rechner versorgen?
    Die notwendige Laufzeit hängt von der Leistungsaufnahme und davon ab, wie viel Zeit Programme, Datenbankzugriffe und Betriebssystem für einen geordneten Abschluss benötigen.
  • Kann eine USV den Rechner automatisch herunterfahren?
    Geeignete Modelle können dies über eine USB-Verbindung und korrekt eingerichtete USV-Software auslösen. Die Funktion muss konfiguriert und getestet werden.
  • Welche Geräte sollten an eine USV angeschlossen werden?
    Typischerweise Rechner oder Server, notwendige externe Datenträger und gegebenenfalls Netzwerkkomponenten sowie ein benötigter Monitor. Geräte mit hoher Leistungsaufnahme gehören in der Regel nicht an den Batterieausgang.

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